2. Februar 2008

PLAY + POWER V 9000


Sicherlich kann man dieses Gerät als eine Kuriosität bezeichnen. Erhältlich ist die Konsole ganz aktuell in Ramschläden. Sie wird als neues Gerät angepriesen und die große Spieleanzahl (stolze 9000 Games sind angeblich im Lieferumfang enthalten) soll sicherlich noch zusätzlich zum Kauf anregen. Zugegeben, das Angebot scheint zunächst reizvoll, sind der Konsole doch nicht nur die Spiele, sondern außerdem noch zwei Joypads, eine Lightgun und alle Anschlusskabel beigelegt. Bei einem Preis von 15 € kann man sich kaum beschweren. Beim Auspacken der Konsole kommt man zunächst ins Staunen: das Gerät sieht der PlayStation (1) von Sony zum Verwechseln ähnlich. Aber wirklich nur ähnlich, denn der Teufel liegt im Detail. Während Sonys Flaggschiff ganz gut verarbeitet ist, fällt beim PLAY + POWER V 9000 gleich auf, dass man in die Verarbeitung sicherlich nicht den Großteil der Arbeit gesteckt hat. Alles wirkt wackelig und billig und zu allem Überfluss ist die Konsole noch nicht einmal symmetrisch – man kann sie nicht gerade hinstellen – sie wackelt immer ein wenig.






Ein Blick auf das Zubehör und auf die Peripherie lässt einen das vermuten, was sich später, nach dem Anschließen und Probespielen der Konsole, beweisen soll: sie ist zu 100 % mit dem NES von Nintendo kompatibel. Der Netzstecker ist ein anderer, alles andere ist gleich. Das Anschließen der Konsole ist somit kein Problem und nach dem Suchen des Senders erscheint auch gleich der Titelbildschirm, der die 9000 eingebauten Spiele in einer Liste anzeigt. Die meisten Titel sagen dem User nichts, lediglich Namen wie „Mario“ oder „Harry Potter“ dringen an das Müde Auge und lassen aufsehen. Die restlichen Spiele tragen Titel wie „Hürdenlauf“, „Weitsprung“, „Panzer“, „Duck Hunt“ (Lightgun-Game!!!), etc. Natürlich sind die Titel alle in Englisch angeben, aber da es sich dabei ja um keine wirklichen Namen handelt, tut dies für diese Zeilen nichts zur Sache. Glaubt man nun, man hätte mit den 9000 Spielen einen guten Fang gemacht, so folgt die Ernüchterung auf dem Fuße. Bei den Spielen handelt es sich nämlich um zig Wiederholungen. Die oben beschriebenen Sportspiele sind in Wirklichkeit EIN EINZIGES Spiel, welches immer dann gestartet wird, wenn man einen der Titel anwählt. „Harry Potter“ ist ein Spiel, in dem ein Pixelvieh durch die Gegend läuft und Leute verkloppt. Bei dem Mario-Game handelt es sich um eine seltsame Mischung. Die Levels entsprechen vom Aufbau her dem guten alten Super Mario Bros. vom NES, die verwendeten Steine und Grafiken jedoch stammen anscheinend von dem dritten Teil. Unser Klempner-Freund sieht so lange „normal“ aus, bis er den Superpilz zu sich genommen und an Größe gewonnen hat – dann nämlich sieht er aus wie der große, dicke Mario aus SMB 3. Ziemlich strange! Außerdem fehlt dem Spiel ein Titelbildschirm. Mit ziemlicher Sicherheit geht es bei dieser Konsole und ihren Spielen rechtlich nicht ganz koscher zu. Es ist schon ziemlich dreist, einfach Spiele zu kopieren, oder leicht abzuwandeln und sie auf die Konsole zu packen und das ganze dann auch noch als eine eigene Konsole neu im Laden(!) zu verkaufen.

Der ganze Bericht kann hier gelesen werden

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